Ratgeber
Achtung: Betrug rund um Corona-Impfungen
Martina Dammrat · 26.02.2021

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19. Februar 2021, nachmittags: Eine Frau und ein Mann klingeln bei zwei Seniorinnen (80, 93) und geben sich als Mitarbeiter des Impfzentrums aus. Angeblich, um nach der ersten Schutzimpfung ein Formular zur Abrechnung mit den Krankenkassen auszufüllen.
Die 80-Jährige wies die Unbekannten an der Tür ihrer Wohnung in Porz-Wahn ab und informierte ihre Schwiegertochter. Doch gelang es den Tätern zwei Stunden später, die Wohnung der 93-Jährigen in Leverkusen-Wiesdorf zu betreten. Die Frau hat die 93-Jährige in der Küche mit dem Ausfüllen der Unterlagen abgelenkt, während ihr Komplize unbeaufsichtigt durch die Wohnung gehen konnte und Bargeld und Schmuck entwendete.
Beide Rentnerinnen hatten sich tatsächlich vor einigen Tagen impfen lassen.
Aber: Es gibt keine „Hausbesuche“ von Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern der Impfzentren!
Vielmehr handelt es sich um eine neue Betrugsmasche. Seien Sie auf der Hut!
Verhaltenstipps der Polizei:
> Geben Sie die Informationen zu Ihren Impfterminen nicht an Fremde weiter.> Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung.
> Bestellen Sie Unbekannte zu einem späteren Zeitpunkt wieder, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist.
> Wehren Sie sich energisch gegen zudringliche Besucher, sprechen Sie sie laut an oder rufen Sie um Hilfe. Bei akuter Bedrohung rufen Sie die Polizei unter 110.
> Melden Sie solche Vorfälle Ihrer Polizei.
Weitere fiese Betrugsmaschen
Verkauf von Impfstoff
Betrüger bieten am Telefon, an der Haustür oder im Internet angebliche Corona-Impfstoffe an. Im Internet bezahlt man, ohne je Ware zu bekommen. Am Telefon geht es darum, an die Bankdaten zu gelangen, an der Haustür an Bargeld.
Richtig ist, dass kein Impfstoff frei im Handel zu erwerben ist. Zurzeit gibt es ihn nur im Impfzentrum oder in Einrichtungen (Senioren- und Pflegeheime, Krankenhäuser usw.) unter strikter Reglementierung.
Enkeltrick unter Corona
Beim bekannten Enkeltrick ist nun eine neue Notlage des vermeintlichen Enkels hinzugekommen: Er hat Corona oder ist in Quarantäne. Ein angeblicher Arzt, Mitarbeiter einer Impfstoff-Firma oder Freund verlangt telefonisch nach Geld für eine Impfung, Behandlung oder Corona-Tests. Das Geld würde von jemanden abgeholt.
Am besten: direkt auflegen! Wenn am Telefon nach Bargeld gefragt wird, das man zu Hause hat oder an einem Bankautomaten abholen soll, ist äußerste Vorsicht geboten.
Keine Beträge nennen! Ziehen Sie zunächst einen Nachbarn oder Angehörigen oder gleicht die Polizei hinzu – und unternehmen Sie nichts. Außer Sie rufen Ihren Enkel an und fragen ihn, wie es ihm wirklich geht.
Impfangebot eines angeblichen Hilfsdienstes oder Arztes
Per Telefon oder Brief versuchen Betrüger, sich als Angehörige eines Hilfsdienstes oder einer Arztpraxis auszugeben. Sie wollen einen Termin zum Impfen machen – zu Hause oder beim Arzt. Die einen wollen sich auf diese Weise Zugang zur Wohnung beschaffen, die anderen zu Kontodaten etwa für eine vorher zu entrichtende Gebühr für den Impfstoff.
Richtig ist, dass zurzeit noch niemand zu Hause oder in der Praxis eines Arztes geimpft wird. Außerdem sind alle Corona-Impfungen kostenlos für Impflinge, denn Bund, Länder und Krankenkassen zahlen sie.
Hilfetelefon der Polizei Köln
Bei Fragen wenden Sie sich an das Kriminalkommissariat Kriminalprävention/Opferschutz der Polizei unter 0221 / 229-86 55. In dringenden Fällen wählen Sie die 110.
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Tags: Betrug , Corona , Covid-19 , Polizei Köln
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